Conan angeschnetzelt

Wer God of War, Ninja Gaiden Sigma und Heavenly Sword schon durch hat, wartet bestimmt schon sehnsüchtig auf etwas neues um seinen Hunger zu stillen. Vielleicht könnte Conan das passende Futter sein, denn THQ bringt uns den Barbaren auf die X360 und Playstation 3.
Kann Conan mit dem Kriegsgott Kratos, mit dem Meister-Ninja Ryu Hayabusa und mit der rothaarigen Kampfbraut Nariko mithalten oder misslingt dem Barbaren der Einzug in die Reihe der momentan besten Action-Adventures?
Story:

Hyboria, das ist das Land von Conan, der sich seinen Weg allein mit Wille und Stahl erkämpft hat. Der Hunger nach neuen Abenteuern und Gold führen ihn nach Balmoria – eine im westlichen Ozean liegende Insel. Dort wird der mächtige und böse Zauberer Graven gefangen gehalten. Durch Conans Leichtsinn wird dieser aus Versehen befreit und nun steht ganz Hyboria vor einer großen Gefahr, die nur einer bekämpfen kann – Conan.

Gameplay:
Hier beginnt das Spiel. Conan strandet nach Gravens versehentlicher Befreiung auf einer Insel. Total benommen und ohne jegliche Erinnerung, was ihm auf Balmoria zugestossen ist, macht sich unser Held auf die Suche nach Antworten. Und welches Mittel nutzt man als Barbar am besten dafür? Stahl! Genau wie seine Genre-Kollegen lässt Conan seine Klingen sprechen. Dabei fällt schnell auf, welches Vorbild die Entwickler von Conan hatten. Schon recht früh bemerkt der Spieler die unübersehbaren Ähnlichkeiten zu God of War. Ob das nun gut oder schlecht ist, kann man später im Fazit erfahren. Das Spiel lebt von seiner rauhen und harten Schale. Gegen Conan wirkt sogar Kratos an einigen Stellen wie ein Milchbubi. Denn bei Conan kämpft man, dann kämpft man, dann kämpft man noch einmal, dann kommt eine kleine Hüpf- und Kletter-Einlage und dann kämpft man wieder. Der Barbar lässt die Fetzen nur so fliegen und das ist wortwörtlich gemeint.

Conan bedient sich anfangs nur seinem Schwert, kann aber sofort nach dem Erlegen seines ersten Gegners ein zweites Schwert in die Hand nehmen und dann mit zwei Schwertern gleichzeitig rumschnetzeln. Später kann er auch Handäxte, Zweihänder und Speere als Tötungsinstrumente nutzen, dazu gesellen sich auch Griffe. Für jede dieser Waffen gibt es unzählige Moves und Kombos, die durch das Einsammeln von roten Orbs freigeschaltet werden können. Orbs hinterlassen Conans erledigte Gegner. Das Kampfsystem bietet zwar nix neues, aber macht richtig Laune. Größtenteils liegt das am guten Kontersystem. Wenn man einen gegnerischen Angriff rechtzeitig blockt, erscheint eines der Hauptsymbole (Dreieck, Kreis, Kreuz und Quadrat), welches sofort gedrückt werden muss. Die Kombos sind aber auch nicht ohne. Allein durch die große Vielzahl an Moves wird einem nie langweilig in einem Kampf. Neben Piraten, Kannibalen und Löwen gesellen sich am Ende einiger Level größere Boss-Gegner, die nicht einfach nur mit irgendeinem 0815-Kombo erlegt werden, sondern in gekonnter God of War-Manier durch Quick-Time-Events ihr Ende finden.
Präsentation/Grafik/Sound:
Und wie schaut es auf der technischen Seite aus? Gehobener Durchschnitt! Das Spiel wirkt sehr oft wie ein aufpoliertes Playstation 2 Game und nicht wie ein Next-Gen Blockbuster. Zwar hat das Spiel seine Momente wie schöne Wassereffekte und Spiegelungen. Die Kampfanimationen sind sehr schön in Szene gesetzt, aber die restlichen Bewegungen wie Gehen/Rennen und Springen wirken ein grobmotorisch. Die Sounduntermalung haut nicht jeden vom Hocker, aber wird passend eingesetzt wirkt nicht nervig. Ein wenig enttäuschend wirkt die deutsche Synchronisation. Hätten sich die Entwickler ein wenig mehr Zeit gelassen, hätten sie aus Conan ein richtig gutes Game machen können.

Fazit:
Kriegsgott, Ninja, himmlische Kriegerin und nun Barbar. Abwechslung ist bei Conan geboten. THQ liefert der Spielergemeinde ein solides Action-Adventure, was aber mit technischen Schwächen zu kämpfen hat. Conan ist nicht einfach nur ein billiger God of War-Klon. Das Kampfsystem macht sehr viel Laune und hätten sich die mehr Zeit gelassen, um Conan Konkurrenz fähiger zu gestalten, würde ein richtiger Blockbuster in den Regalen stehen. Wer sich noch unsicher ist, sollte die Demo im XBL oder PSN raussuchen und selber testen.
gepostet von Skip2baloo @ 1.11.07,